Levve un Laache en Kölle

Hans-Jürgen Jansen:
Levve un Laache en Kölle - Leedcher, Rüümcher un Verzällcher

212 Seiten, 17x24 cm, Hardcover fest gebunden, 50 Leedcher, 22 Rüümcher, 7 Verzällcher, 58 Zeichnungen, 760 g;
ISBN 978-3-939829-19-5; € 19,80

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Hans-Jürgen Jansen

Hans-Jürgen Jansen

Hans-Jürgen Jansen gehörte bereits 1963 zu den ersten Kölner Bandleadern, die Songs der Beatles und Stones coverten. In dieser Zeit war die „kölsche Sproch“ noch nicht wieder salonfähig.
Sein beruflicher Werdegang führte ihn als Steuerberater und später als leitender Angestellter in der Assekuranz weit weg von Köln. Aber die Liebe und Sehnsucht nach seiner Heimatstadt brachten ihn vor einigen Jahren zurück an die frühere Wirkungsstätte. Zwischenzeitlich hatte ein Wandel stattgefunden: Die „kölsche Sproch“ und mit ihr der Erhalt des kölnischen Brauchtums und die Wahrung des fast zweitausendjährigen Kölner Kulturguts erfährt seit vielen Jahren wieder großer allgemeiner Beliebtheit und Beachtung. Für diese Belange setzt er sich seit Jahren bei den Fründen der Akademie för uns kölsche Sproch und seit kurzem auch im Vorstand des Heimatvereins „Alt-Köln“ ein.
In seinen beiden Anthologien: „Sag, verzäll ens“ und „Och, es dat schön“ hat er zusammen mit Rudi Renné bekannte und bezaubernde Kölsche „Rüümcher und Verzällcher“ bereits verstorbener Kölner Dichter aus den verschiedensten Büchern und Veröffentlichungen zusammengetragen und ihnen wieder Gehör verschafft.
Unter dem Pseudonym „Kölnbarde“ tritt er mit eigenen Kompositionen und Texten zur Gitarre vorwiegend im Kölner Raum auf. Dabei geht es ihm immer nur um die Kölsche Mundart, die kölsche Eigenart und das geschichtliche Köln.  www.koelnbarde.de
Hans-Jürgen Jansen hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Kölner Sagen, Legenden und Märchen balladenhaft zu besingen, um damit die Ursprünglichkeit dieser über die Jahrhunderte übermittelten Erzählungen in Mundart zu unterstreichen. In seinem – in Gemeinschaft mit Helmut Binkowski und Rudi Renné – kürzlich erschienenen Buch „Vum aale Kölle“ hat er seine Lieder neben Gedichte und Prosaerzählungen gestellt. Zu den häufig im Bluesstil vorgetragenen Liedern kommen seit geraumer Zeit die in Reimen dargestellten Witze und Lebensweisheiten „op Kölsch“, die zu einer wesentlichen Erweiterung seines Repertoires in Auftritten und Büchern führen und auch sein neuestes Buch abwechslungs- und bilderreich gestalten.

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Vorwort

Alles, was der Leser in diesem Buch in Wort und Ton vorfindet, sind gefühlte kölsche Geschichten.

Man spürt bei Hans-Jürgen Jansen in jedem Satz, bei jedem Takt: da schlägt sein kölsches Herz. Kurz gesagt, hier spiegelt sich die kölsche Seele wider.

Schnell identifiziert sich der Leser mit den musikalischen Empfindungen, mit dem Humor und den Lebensweisheiten in den Gedichten und Erzäh­lungen. Frau und Mann erkennen sich darin sogleich wieder. Man stellt dabei vergnügt fest, wie viel Heiterkeit und Ernst im alltäglichen Leben stecken.

Was Hans-Jürgen Jansen besingt und beschreibt, ist eben glaubwürdig.

Wenn sein Lebensweg nach Schule und Studium auch weit von Köln fortführte, zog es ihn aber immer wieder in die Nähe des Doms zurück, was u.a. zum Ausdruck kommt, wenn er singt: Wann ming Gitta dann leis jammert. Seit einigen Jahren setzt er sich tatkräftig für die kölsche Sprache und unser Brauchtum bei der Kölsch-Akademie und beim Heimatverein „Alt-Köln“ ein. In seinen Büchern Sag, verzäll ens und Och, es dat schön verhilft er wunderschönen, alten Gedichten und Erzählungen wieder zu neuem Glanz. In seinem kürzlich erschienenen Buch „Vum aale Kölle“ werden die Kölner Sagen, Legenden und Märchen erstmals nicht nur „op Kölsch“, sondern auch musikalisch vorgestellt. Da lag es nur nahe, dass er einige seiner vielen kölschen Lieder mit witzigen und auch tiefsinnigen Reimen und Erzählungen garniert in einem weiteren Buch zusammenstellte.

In Köln-Ehrenfeld im Sprengel von St. Mechtern aufgewachsen, sammelte er all die Erfahrungen und erfuhr die Eindrücke, die ihn heute dazu bringen, in dieser Fülle echte kölsche Rüümcher, Verzällcher und Leedcher zu schreiben. Besonders ins Auge gesprungen sind mir dabei die Lieder: „Kölsche Sproch“ und „Kölle, do deis mer fähle“. Auch die Reime: „Goldversteck“ und „Glöcklich sin“, bezeugen, worauf es ihm im Leben ankommt.  Wie sehr ihn der Aspekt Brauchtum inspiriert hat, fiel mir beim Lesen des historischen Teils auf, in dem er manches auch aus einer bisher nicht dagewesenen Perspektive betrachtet.

Einen weiteren Schliff erhält das Buch durch die wunderschönen Zeichnungen seiner langjährigen Lebensgefährtin, Roxana, die durch ihr künstlerisches Talent die Lieder und Geschichten bildlich deutlich werden läßt.

Su wie mir, weed jedem, dä an Kölle un der typisch kölschen Eigenaat intereseet es, dat Buch vill Freud maache. Ming beste Wünsche för ’ne jode Erfolg gevven ich jään met op der Wäg.

Ludwig Sebus

Einleitung

Eine bunte Mischung des prallen Kölner Lebens beschreibt Hans-Jürgen Jansen in seinem Buch „Levve und Laache en Kölle“ in sieben Kapiteln, die vortrefflich passend illustriert wurden.

Selbstverständlich beginnt er den Reigen seiner „Leedcher, Rüümcher un Verzällcher“ mit einer Hommage an Köln: „Do ming schöne Stadt“. Kölnkritiker werfen den Kölnern ja gelegentlich vor, ihre Stadt unkritisch in einer Art emotionaler „Besoffenheit“ stets über den grünen Klee zu bejubeln. Auch Hans-Jürgen Jansen, in diesem Sinne ein wahrer Kölner, bringt seine Zuneigung zu Köln deutlich zum Ausdruck. Manchmal – und das ist gewollt – bleibt dem Leser unklar, ob im Text tatsächlich die Stadt oder eine Geliebte oder bloß „en Quetschkommod“ beschrieben wird. Jedenfalls, die wahre Liebe gilt Köln in vielen Facetten:
Von der „aal Frau us Neppes“ oder dem „Fründ“ bis hin zum Ehemann –  und das alles „met Hätz“!
Ob aber ein Kölner, wie in der Geschichte „Der Unfall“ beschrieben, tatsächlich so hinterhältig ist, das will ich zugunsten meiner eigenen nahezu grenzenlos positiven Einschätzung des Kölners „an sich“ nicht hoffen!

Kölner neigen zu Sentimentalität. Das bezieht sich vor allem auf Köln als idealen Lebensort. Die „Sehnsucht“, das beschreibt der Autor, mag sich dann und wann auch auf einen Partner (unerfüllt im Kino – eventuell erfüllt beim „Mädche“) oder eine Gitarre beziehen. Das wahre Objekt der Begierde des Kölners ist selbstverständlich Köln. Und, was wäre sentimentaler, als die kölsche Weihnacht im letzten Kapitel des Buches, freilich – typisch Kölsch – nicht ohne hintergründigen Humor.

Als Orte im zweitausendjährigen Köln, dessen sagenhafter Geschichte ein eigenes Kapitel gewidmet ist (Fröher), in denen „Levve un Laache“ stattfinden, nennt Jansen nicht solche, die man gemeinhin nennt (Dom, Kirchen, Rhein); er berichtet über: Müllem, die Ööcherstroß und den Marsdorfer Hoff. Die heiteren Situationen im Kapitel sind dem Alltag entnommen, sie sind typisch für den gemütvollen und „jrielächelnden“ kölschen Humor, wie der Mann auf der Waage und die Jugenderinnerungen. Natürlich darf ein Lied über das „Hännesche“, diese Verkörperung des pfiffigen kölschen Fent samt den anderen kölschen Typen im berühmten Stockpuppenspiel nicht fehlen.

Wen wundert’s bei der engen Verbindung Jansens zu Ludwig Sebus, dass, wenn es ums Laache un Levve geht, auch er seine liebvolle Würdigung erfährt. Nicht ganz zufällig dürfte dem Abdruck des Liedes „Ludwig“ das Rüümche vom „Schäntelmänn“ folgen.

Als sein besonderes Anliegen nennt Jansen „Sproch und Eigenaat“ der Kölner. Ihnen, dem „Klaaf“, den „Tön“, der „Poesie“ widmet er natürlich ein Kapitel seines Buches … und er definiert, mit welchen Wörtern man ein Verhältnis zu Köln bestimmen kann und darf („Frembche, Imi un Pimock“).

Bei der Beschreibung ihres kollektiven Charakters werden Kölner von außen nicht selten als oberflächlich eingeschätzt. Dass dies nicht stimmt, wissen Eingeweihte längst. Und wie zum Beweis liefert der Kölnbarde die Texte in seinem Kapitel „Jet för nohzedenke“.

Hans-Jürgen Jansen, meinem geschätzten Vorstandskollegen im Heimatverein Alt-Köln von 1902, wünsche ich den berechtigten Erfolg für sein neuestes opus – alle Leser werden gewiss viel Freude am Lesen, beim Singen und Vorlesen der Texte und Lieder haben.

Köln, im August 2010                Jürgen Bennack

Leseproben:

Zeichnungen von Roxana Khazdouzian